
Es gibt Orte, die eine Geschichte schon mitbringen, bevor die erste Note erklingt. Die Villa Elisabeth in Berlin-Mitte ist so ein Ort: hohe Räume, ein altes Treppenhaus, Wände, an denen der Putz Jahrzehnte erzählt. Genau dorthin durfte ich die Capella de la Torre begleiten – ein Ensemble für Alte Musik, das auf historischen Instrumenten spielt. An diesem Tag gab das Ensemble in der Villa ein Konzert, und ich war eingeladen, es rund um den Auftritt zu fotografieren. Ehrlich gesagt hatte ich mich auf dieses Zusammentreffen besonders gefreut.
Denn was gibt es Schöneres, als jahrhundertealte Instrumente vor jahrhundertealten Wänden zu fotografieren? Das warme Holz der Schalmeien und Pommern, das matte Messing der Renaissanceposaune, der lange Hals der Theorbe – und dahinter der abblätternde Putz der Villa. Alt trifft auf alt, und beides bringt das andere zum Leuchten.
Die Villa war an diesem Tag nicht als Fotolocation gebucht, sondern als Konzertort. Umso schöner, was sie nebenbei bot: Zwischen Aufbau, Anspiel und Auftritt fand ich in ihren maroden, unverputzten Wänden eine Kulisse, die ich in keinem Studio hätte bauen können. Sie geben den Bildern Textur und Tiefe, ohne je aufdringlich zu werden – eine ruhige, lebendige Bühne, auf der die Instrumente und die Menschen dahinter die Hauptrolle spielen.
Als ich die Capella zuletzt fotografiert habe, war es mitten im Konzert – warmes Kunstlicht, Bühne, Publikum. Für die Porträts rund um diesen Auftritt setzte ich auf das Gegenteil: allein das Tageslicht, das durch die hohen Fenster fiel. Ich liebe dieses Licht, weil es nichts erzwingt. Es modelliert die Gesichter weich, lässt das Holz der Instrumente natürlich glänzen und passt zur zurückhaltenden Würde des Raums. Meine wichtigste Aufgabe war, die Menschen so zu platzieren, dass das Licht für sie arbeitet.
Ein besonderer Reiz lag in den Einzelporträts. Jede und jeder mit dem eigenen Instrument – Schalmei, Pommer, Theorbe, Renaissanceposaune, Perkussion. Diese Instrumente sind selbst kleine Kunstwerke, und im Porträt bekommen sie den Raum, den sie verdienen. Zwischen den konzentrierten, ernsten Momenten blitzte immer wieder Humor auf: ein Lachen mit der Posaune im Arm, ein entspanntes Sitzen auf dem alten Treppenabsatz, barfuß, ganz bei sich.
Das klassische Ensemblebild durfte natürlich nicht fehlen – einmal draußen an der Säulenfassade, einmal drinnen vor der maroden Wand. Dazu kamen die Aufnahmen aus dem Konzert selbst: die Sängerin im hohen Raum, das Ensemble im Zusammenspiel. Am liebsten aber mag ich die Momente dazwischen: das Ensemble, das gemeinsam die alte Treppe hinuntersteigt, in Schwarz-Weiß, fast wie aus der Zeit gefallen. Solche Bilder erzählen mehr als ein reines Pressefoto – sie zeigen eine Haltung.
Ob Ensemble, Orchester oder Solokünstlerin: Bilder wie diese wirken weit über den Tag hinaus – für Presse, Website, Programmhefte und Plakate. Neben Ensembles entstehen bei mir auch professionelle Porträtfotos in Potsdam und Berlin – für einzelne Musiker:innen, Künstler:innen und alle, die ein ausdrucksstarkes Bild von sich brauchen. Wenn Sie solche Fotos suchen, schauen Sie gern bei meiner Event- und Reportagefotografie vorbei oder melden Sie sich direkt. Und wie dieselbe Capella de la Torre im Konzert wirkt, sehen Sie in meinem Beitrag zur Konzertfotografie im Pierre Boulez Saal.